Unser neuer Roman ist fertig geschrieben. Doch vom letzten Punkt bis zum ersten Leser ist noch ein weiter Weg.
Nach vier oder fünf intensiven Überarbeitungsrunden haben wir jedenfalls unser Manuskript vor zwei Wochen in ein professionelles Lektorat geschickt. Seitdem ist da diese Mischung aus Stolz und Nervosität. Was wird die Lektorin sagen? Wo wird sie den Rotstift ansetzen? Wie viel müssen wir noch einmal anfassen?
Vom Manuskript zum Buch
Unsere beiden bisherigen Romane haben wir Testleserinnen und Testlesern aus unserem Umfeld gegeben – Menschen, die beruflich viel mit Texten arbeiten. Ihr Feedback war wertvoll. Sie haben uns auf Unklarheiten hingewiesen, Logiklücken entdeckt, Fragen gestellt und unsere Fragen zur Verständlichkeit beantwortet. Anschliessend ging jedes Manuskript in ein professionelles Korrektorat. Das ist für mich unverzichtbar. Ein Buch mit Fehlern verliert für mich sofort an Wert, selbst wenn die Geschichte stark ist.
Dieses Mal gehen wir einen Schritt weiter: ein professionelles Lektorat. Nicht nur Rechtschreibung und Kommas, sondern zuerst Dramaturgie, Figurenführung, Spannungsbogen. Es fühlt sich beinahe an wie eine Prüfung, dabei ist es eigentlich eine Verfeinerung. Zudem haben wir einen weiteren Hintergedanken: Mit dem dritten Roman haben wir viel Übung und Schreib-Erfahrung. Jetzt sind wir bereit, direkt anhand unserer eigenen Texten mehr zu lernen, und hoffen auf einen wertvollen Austausch mit unserer Lektorin.
Schreiben im Autorenteam: Unser grösster Vorteil
Ich schreibe bewusst von wir. Wir sind ein Autorenteam. Zu zweit zu schreiben ist besonders – manchmal herausfordernd, aber vor allem bereichernd.
Bei unseren ersten Romanen war ich oft die interne Lektorin: kritisch, prüfend, auf Logik bedacht. Mein Co-Autor sprudelte vor Ideen, vor Fantasie, vor überraschenden Wendungen. Heute ergänzen wir uns viel selbstverständlicher. Und wenn einer von uns nicht weiterweiss? Dann wandert das Manuskript zum anderen. Der schreibt weiter und man selbst darf atmen und Distanz gewinnen.
Gerade jetzt, im Warten auf das Lektorat, ist die Team-Arbeit beruhigend. Wir tragen die Verantwortung (und die Anspannung) gemeinsam.

Die Titelfrage
Als wir mit dem aktuellen Projekt begannen, hatten wir sehr schnell einen Arbeitstitel: „Das Haus am See“.
Atmosphärisch. Stimmig. Und völlig unbrauchbar.
Diesen Titel gibt es bereits in unzähligen Varianten. Wir haben gerungen, Varianten ausprobiert, verworfen. Nichts hat überzeugt.
Vor einem halben Jahr hatten wir eine neue Idee. Eine, die sich richtig anfühlt. Aber ich behalte sie noch für mich. Erst wollen wir das Feedback der Lektorin hören. Ein Titel muss zum geschärften Text passen, nicht nur zur ersten Begeisterung.
Verlag oder Selfpublishing?
Auch diese Frage gehört zu jedem Buchprojekt: Verlag oder Selfpublishing?
Wir haben uns – wie bei unseren beiden ersten Romanen – wieder für Selfpublishing entschieden. Warum?
Weil wir die Kontrolle behalten wollen: über Titel, Cover, Layout, Preisgestaltung. Ein Verlag übernimmt vieles, aber er entscheidet auch. Im Selfpublishing entscheiden wir.
Das bedeutet allerdings auch: Wir organisieren alles selbst. Layout, Covergestaltung, Upload der Dateien, Meta-Texte hinterlegen, … Gedruckt wird erst auf Bestellung. Der Aufwand ist grösser – die Freiheit auch. Trotzdem: Oft geht es sogar schneller, wenn ein Buch im Selfpublishing erscheint!
Der Klappentext: Neugier wecken
Ein Roman darf sich Zeit lassen, ein Klappentext nicht. In wenigen Sätzen müssen wir neugierig machen. Nicht zusammenfassen, nicht erklären, sondern eine Tür öffnen.
Das fällt uns nicht leicht. Wie verdichtet man hunderte von Seiten in ein paar Absätze, ohne die Seele der Geschichte zu verlieren? Der Klappentext ist oft entscheidend. Online ersetzt er das Durchblättern im Buchladen. Hier entscheidet sich, ob jemand weiterliest oder weiterklickt.
Das Cover: Mehr als nur ein schönes Bild
Das Cover ist unsere Visitenkarte. Wir haben bereits ein Bild malen lassen. Aber wie verbinden wir Bild, Titel und Schriftart? Welche Typografie passt zur Story? Welche Farbe trägt die Geschichte?
Spannend ist: Obwohl unsere drei Romane sehr unterschiedliche Motive haben, passen die Farben der Cover erstaunlich gut zusammen. Ganz ohne strategischen Masterplan ist eine kleine visuelle Familie entstanden.

Innenlayout: Die stille Kunst
Kaum jemand spricht über das Innenlayout. Dabei entscheidet es über den Lesefluss.
- Wie gross ist die Schrift?
- Wie sind die Kapitel gestaltet?
- Wo stehen Einzüge, wo nicht?
- Welche Schrift trägt über 300 Seiten, ohne müde zu machen?
Auch hier haben wir sehr gute Erfahrungen mit einer erfahrenen Fachperson gemacht. Ich bin froh, diese Verantwortung abzugeben – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Respekt vor dem Handwerk.
Ein gutes Layout merkt man nicht. Man liest einfach.
Werbung beginnt, bevor das Buch auf dem Tisch liegt
Ein veröffentlichtes Buch verkauft sich nicht von selbst.
Wir müssen erzählen, dass es existiert. Immer wieder. Auf dem Blog, in sozialen Medien, in Facebook-Gruppen, im WhatsApp-Status, im persönlichen Gespräch. Vielleicht ist genau dieser Artikel schon ein erster Schritt. Kein lautes „Kauft unser Buch!“, sondern ein Mitnehmen auf dem Weg dorthin.
Und jetzt?
Jetzt warten wir. Auf das Lektorat. Auf Rückmeldungen. Ein Roman ist fertig geschrieben, aber er ist trotzdem noch lange nicht fertig.
Wenn du mehr über uns und unsere bisherigen Bücher erfahren möchtest, findest du viele Informationen auf unserer Autorenwebseite storyplus.ch.
Und vielleicht hast du jetzt tatsächlich Lust bekommen, zu erfahren, wie unsere Geschichte weitergeht. Oder?

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