Als ich mir Gedanken zum Jahresrückblick 2025 machte, entdeckte ich das Thema, das mich während des ganzen Jahres irgendwie beschäftigt hatte: loslassen und vertrauen.
Es wäre vermessen zu behaupten, ich hätte gelernt, loszulassen und zu vertrauen. Vielmehr habe ich gelernt, bewusster loszulassen und bewusster zu vertrauen. Es ist wohl (m)eine Lebensaufgabe zu üben, wie ich loslasse ohne Schmerzen und wie ich vertraue ohne Angst.
Eine Übungs-Möglichkeit bieten mir dazu Zeiten der Ruhe und der Stille und Exerzitien im Alltag. Hier finde ich den Weg zu meiner Seele, zu meinen Ängsten und zu den Dingen, die Freude und Glück in mir auslösen. Mein Leben würde nicht funktionieren ohne Vertrauen in Gott, die Schöpfer-Macht und himmlische Kraft. Erfüllt von Vertrauen kann ich getrost Schönes und Schweres loslassen und zuversichtlich vorangehen in ein neues Jahr.
Meine Themen und Highlights in 2025
Hoch hinauf – Blick hinunter
Gipfel besteigen beflügelt mich im wahrsten Sinne des Wortes: Ein klares Ziel, ich sehe hinunter und in die Ferne und erblicke alles aus einer gewissen Distanz. Ich fliege ein wenig über dem Alltag. So fällt es mir etwas leichter, geliebte Tätigkeiten, geliebte Menschen, Schmerz und anderes loszulassen.
Im vergangenen Jahr musste oder durfte ich oft loslassen.
Im Januar starb eine Freundin – die Trauer ist noch nicht weg. Mit dem Thema Krankheit und Tod musste ich mich auch gegen Ende des Jahres wieder beschäftigen.
Loslassen im guten Sinne – aber für eine Mutter trotzdem nicht leicht – musste ich, als auch die jüngste Tochter auszog. Es ist der Sinn der Kindererziehung, dass sie selbständig weden 🙂
Schliesslich musste ich wegen äusserer Umstände eine Arbeit und eine ehrenamtliche Aufgabe beenden. Im Kopf weiss ich, dass es für die Sache richtig ist. Zudem habe ich dadurch Freiraum gewonnen, um Neues zu beginnen.
Daher will ich auch nächstes Jahr neue Gipfel suchen und mich im Rückblick in Gedanken darüber freuen, was ich schon alles Schönes und Kostbares gemacht und erlebt habe.


Blick zum Gantrisch

Schreiben, schreiben, schreiben
Schreiben ist eine meiner grossen Leidenschaften, die ich in den vergangenen Monaten intensiv ausgelebt habe.
Ein grosses Ziel für 2025 war, dass wir unseren 3. Roman veröffentlichen wollen. Dieses Vorhaben ist leider gescheitert. Nachdem wir den Text überarbeitet hatten, stellten wir fest, dass das Manuskript zu wenig für ein ganzes Buch hergab. Zum Glück hatten wir längst an einen 2. Band gedacht, den wir in der Folge als 2. Teil für den Roman schrieben. So viel Text haben wir noch nie in einem Jahr produziert! Im Moment tüfteln wir tatsächlich am Schluss des wesentlich umfangreicheren Romans.
Neben dem Roman-Manuskript schrieb ich mehrere Blogartikel. Schliesslich hatte ich im Dezember 2024 eine Website dazu erstellt. Andere sind viel produktiver, doch ich bin stolz auf meine 8 Blogartikel.
Bevor ich vor zehn Jahren mit Geschichten schreiben begonnen hatte, beschränkte sich meine Textarbeit hauptsächlich aufs Schreiben von Briefen und Karten. Eine Tätigkeit, die im digitalen Zeitalter aus der Mode gekommen ist. Aber: Ich habe seit Ostern wieder eine Brieffreundin! An einem Konzert habe ich eine Frau getroffen, mit der ich vor 30 Jahren in einem Chor gesungen habe. Wir hatten am Konzert kaum Zeit zum Plaudern, doch sie hat im guten alten (digitalen) Telefonbuch meine Adresse gefunden und mir einen Brief geschrieben. Selbstverständlich antwortete ich. Doch wir haben bisher weder Handynummer noch E-Mail-Adresse geteilt, sondern sind im Briefkontakt geblieben. Leider habe ich alle schönen Briefpapiere von früher entsorgt und muss nun stets auf irgendwelches Notizpapier ausweichen.

Stille Zeiten
Eine Stille-Woche und mehrere Teilnahmen an «Exerzitien im Alltag» helfen mir, genügend und regelmässig Zeit zu finden für Stille, Ruhe und Hören auf Gott. Aus dieser Stille schöpfe ich Kraft zum Arbeiten und für meinen Alltag. Aktuell nehme ich Teil am schweizweiten Projekt «Grosse Exerzitien im Alltag«. Diese ökumenischen Exerzitien dauern vom Oktober 2025 bis Pfingsten 2026. Dabei lesen und bewegen wir nicht nur Bibelworte, sondern auch Texte von Madeleine Delbrêl. Die Gebete und Texte dieser Mystikerin aus dem 20. Jahrhundert berühren mich seit einigen Jahren und ich freue mich, dass ich mich nun mit anderen darüber austauschen kann.

Weitere schöne, kulturelle Momente in 2025






Das habe ich 2025 zum ersten Mal gemacht: Gesangsunterricht
Im Januar habe ich mich bei einer Bekannten gemeldet, die seit einiger Zeit in einem Studio als Sing-Coach arbeitet. Ich ergriff die Chance und konnte während vier Monaten bei ihr im Unterricht sehr viel lernen und die Facetten meiner Stimme entwickeln. Mein grosser Wunsch ist geweckt: Ich möchte gerne wieder Gesangsunterricht nehmen, denn singen bleibt eine weitere grosse Leidenschaft von mir.

Dafür bin ich 2025 besonders dankbar: Bewahrung
Viel Grund zur Dankbarkeit ist meine persönliche Gesundheit. Meine Beschwerden mit Knie und Rücken waren deutlich geringer als in den beiden Jahren zuvor.
Zudem bin ich bei einem Fahrrad-Unfall im Herbst wortwörtlich mit einem blauen Auge davon gekommen: In einer Kurve lag Kies auf dem Weg, mein Fahrrad ist weggerutscht und ich bin mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen. An den Moment des Schlags erinnere ich mich nicht, sondern bloss, dass ich mich am Boden mit einer heftig blutenden Stirn wiederfand. Das Loch im Kopf wurde später genäht und ist gut verheilt. Doch in den 10 Tagen danach hatte ich einen Bluterguss, der sich über das Auge und die Wange verteilte – täglich wandernd und in einer neuen Farbe. Dankbar habe ich alle Schminktipps meiner Töchter entgegengenommen, damit ich mich wieder unter die Leute mischen konnte.

Mein Ausblick auf 2026
Meine Ziele für 2026
- Roman beenden und veröffentlichen
- Mindestens 8 Blogartikel schreiben
- angefangene Sachbücher (mindestens 3) zu Ende lesen
- Neugierig bleiben und Neues lernen.
Mein Leitsatz für 2026:
Vertrauensvoll loslassen und zuversichtlich Neues beginnen.


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